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Im Test: Acronis Cyber Protect 17 Local

Data Protection für On-Prem-Umgebungen

Mit Cyber Protect Local bietet Acronis eine Cyber-Resilienz-Lösung an, die private Clouds und abgeschottete IT- und OT-Umgebungen vor Datenverlusten schützt. Die Verwaltung und Speicherung der Backup-Daten erfolgt im eigenen RZ. Die Acronis-Agenten stellen zahlreiche zusätzliche Funktionen wie Malware- und Ransomware-Schutz, URL-Filterung und Patch-Management bereit.

Autor: Christoph Lange | Redaktion: Andrea Fellmeth • 19.2.2026 • ca. 4:00 Min

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Das Dashboard zeigt auf einen Blick den aktuellen Schutzstatus der von Acronis gesicherten Systeme.
© Christoph Lange
Inhalt
  1. Data Protection für On-Prem-Umgebungen
  2. Schutzpläne mit zahlreichen Funktionen

Der Spezialist für Data Protection und Cyber Security Acronis hat mit Cyber Protect Local eine neue Lösung auf den Markt gebracht die sicherstellt, dass Backups immer in den unternehmenseigenen Rechenzentren gespeichert werden. Diese Variante der Cyber-Resiliency-Plattform eignet sich für alle Unternehmen, die sensible Daten nicht in externen Clouds speichern möchten. Für Anwender, die Cloud-Backups nutzen, bietet Acronis schon seit längerem die Lösung Cyber Protect an. Sie ist in verschiedenen Ausprägungen erhältlich, die bis zu einer kompletten Managed-Services-Lösung inklusive Speicherung der Backups in der Cloud reichen.

Leistungsfähige Schutzfunktionen

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Acronis ermittelt per Netzwerk-Scan alle Geräte, auf denen der Agent installiert werden kann.
© Christoph Lange – connect professional

Die Cyber-Protect-Plattform umfasst zahlreiche Schutzfunktionen für die verwalteten Geräte. Active Protection bietet eine integrierte Endpunktsicherheit mit Malware- und Ransomware-Schutz und nutzt hierfür AI- und ML-Funktionen. Sie lässt sich auch zusammen mit Windows Defender Antivirus und Microsoft Security Essentials nutzen. Das URL-Filtering erkennt zum einen automatisch schädliche Webseiten, zum anderen kann der Systemverwalter damit den Zugriff auf bestimmte Webseiten gezielt sperren. Die Schwachstellenerkennung zeigt in der Webkonsole aktuelle Bedrohungen und verfügbare Gegenmaßnahmen an. Für Windows-Systeme hat Acronis in Cyber Protect zudem ein Patch-Management integriert, das fehlende Security-Patches automatisch auf den betroffenen Rechnern installiert. Nützlich ist auch die Active-Directory-Integration, die sich sowohl für die Berechtigungsvergabe als auch für die Remote-Installation der Backup-Agenten verwenden lässt. Nicht geschützte Geräte erkennt Arconis mithilfe von Netzwerkscans. Der Agent unterstützt auch Backups von Anwendungen wie Microsoft Exchange und MSSQL Server. Zudem kann die Lösung von Acronis ältere Betriebssysteme wie Windows XP schützen sowie OT-Geräte mit beschränkten Rechenressourcen ohne Agenteninstallation sichern und wiederherstellen. Um den von den Backups belegten Speicherplatz zu reduzieren, führt Acronis automatisch eine De-Duplizierung der gesicherten Daten durch. Die CDP-Funktion (Continuous Data Protection) ist bei Cyber Protect nicht global für alle Daten implementiert, sondern wird gezielt für ausgewählte Anwendungen oder Verzeichnisse aktiviert und sichert automatisch jede geänderte Datei. Die auf Virtualisierungsplattformen wie Microsoft Hyper-V, VMware vSphere, Nutanix AHV oder Proxmox laufenden VMs kann Acronis mithilfe von virtuellen Appliances oder auf den Hosts installierten Hypervisor-Agenten direkt über die Host-Systeme sichern.

Acronis unterstützt One-Click-Recovery

Für die Wiederherstellung von nicht mehr funktionsfähigen Geräten unterstützt Cyber Protect Local mehrere Verfahren. So lassen sich physische und virtuelle Computer auf das ursprüngliche System vollständig zurücksichern. Mit Universal Restore ist es zudem möglich, physische Windows- und Linux-Systeme oder VMs auf unterschiedlicher Hardware wiederherzustellen. Instant Restore kann unter VMware ESXi und Microsoft Hyper-V Windows- oder Linux-Rechner direkt vom Backup-Storage starten und kopiert dann im Hintergrund alle Daten des betroffenen Systems auf das primäre Storage-System zurück. Acronis unterstützt auch ein One-Click-Recovery, das die Systemwiederherstellung beim Einschalten des Gerätes mit einem Tastendruck startet und dann automatisch durchführt. Mit Cyber Protect Local lassen sich Daten auch auf Bandlaufwerke sichern, wobei Tape Multiplexing und Tape Multistreaming für hohe Übertragungsraten sorgen. In der Cloud-Produktvariante ist der Tape-Support nicht verfügbar. Dafür sind hier XDR und NDR als zusätzliche Sicherheitsfunktionen implementiert, die in der Local-Version fehlen. Die Unterstützung für Immutable Backup Storage ist in allen Cyber-Protect-Editionen enthalten. In der Local-Version lässt sich diese Funktion aber nur zusammen mit der Immutable-Storage-Hardware von Acronis nutzen, die unter dem Namen Cyber Infrastructure Storage erhältlich ist. Die Cloud-Variante von Cyber Protect kann dagegen den vom jeweiligen Cloud-Anbieter bereitgestellten Immutable-S3-Storage verwenden. Acronis-Backups unterstützen mit P2V, V2V, V2P und P2P (Physical und Virtual) sowie P2C, V2C, C2C, C2V und C2P (Cloud, Physical und Virtual) auch eine Migration zwischen unterschiedlichen Plattformen mit zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten.

Managementserver schnell installiert

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Das Automatische Onboarding via Active Directory installiert die Acronis-Agenten von zentraler Stelle aus auf den Domänencomputern.
© Christoph Lange – connect professional

Der Acronis Managementserver mit der Cyber-Protect-Konsole für die zentrale Konfiguration und Verwaltung der Plattform lässt sich auf einer VM oder einem Hardware-Server mit Windows- oder Linux-OS einrichten. Wir installierten die Software auf einer WS2025-VM, die auf dem Nutanix-Cluster unserer Testumgebung lief. Die Backup- und Recovery-Tests führten wir mit acht Windows-VMs durch, die wir zur Hälfte auf der Nutanix-Plattform und zur anderen Hälfte auf einer VMware Workstation platzierten. Es handelte sich um sieben Server mit WS2025 und WS2022 sowie einen W11-Client. Zudem kam für die Restore-Tests auch ein W11-Notebook zum Einsatz. Alle Systeme waren Mitglied der Active-Directory-Domäne der Testumgebung.

Die Installation des Managementservers war nach wenigen Minuten abgeschlossen. Wir übernahmen im Setup-Assistenten die Default-Einstellungen. Standardmäßig verwendet Acronis eine Embedded SQLite Datenbank, die bis zu 1.000 Backup-Agenten unterstützt. Mit einer externen MSSQL Datenbank lassen sich bis zu 8.000 Agenten sichern. Sobald der Managementserver installiert war, konnten wir uns per Webbrowser über den Port 9877 an der Cyber-Protect-Konsole anmelden.

Agenten-Rollout auf mehreren Wegen

Die Dashboard-Ansicht zeigt auf einen Blick den aktuellen Schutzzustand der von Acronis verwalteten Geräte. Als Backup-Repository verwendeten wir eine 1 TByte große Datendisk des Managementservers. Der Rollout der Backup-Agenten ist auf mehreren Wegen möglich. Sie lassen sich sowohl von der Cyber-Protect-Konsole aus remote installieren als auch vor Ort lokal aufspielen. Für die Remote-Installation bietet Acronis eine Active-Directory-Variante an, bei der die Zielsysteme Mitglied der Domäne sein müssen. Um alle im Netzwerk vorhandenen Geräte zu erkennen, führt der Systemverwalter im Geräte-Menü einen Netzwerkscan für die zu sichernden IP-Subnetze aus. Der Scan hat alle in unserem Testnetzwerk vorhandenen Geräte erkannt und alle IP-Adressen sowie bei Systemen, die im DNS der AD-Domäne registriert waren, zusätzlich die Namen angezeigt.

Anschließend installierten wir die Acronis-Agenten auf den neun Testsystemen per AD-Rollout. Die Remote-Installation der Agenten hat knapp drei Stunden gedauert. Alternativ ist es auch möglich, die Agenten per Group Policy auszurollen. Zudem kann der Systemverwalter in der Cyber-Protect-Konsole eine Datei mit den Computernamen und IP-Adressen der Systeme importieren, auf denen die Agenten installiert werden sollen.