In naher Zukunft werden die Aufgabenbereiche des Softwareanbieters zunehmend durch die digitale Prozessabwicklung bestimmt. Die bereits eingeführten Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ElStAM), SEPA oder die im nächsten Jahr kommende E-Bilanz sind nur drei Beispiele für die zunehmende Digitalisierung deutscher Unternehmensprozesse. Dies führt dazu, dass viele Datev-Kunden immer mehr IT-Services in Rechenzentren auslagern. Wie Entwicklungsvorstand Wolfgang Stegmann im Gespräch mit CRN bestätigt, sind bereits rund 1.000 Kunden des Softwarehauses vollständig in der Cloud, Tendenz steigend. Datev unterhält dafür drei eigene Rechenzentren in Nürnberg und Umgebung, die vollständig durch das Unternehmen kontrolliert werden. Die so entstehenden Mehrausgaben werden in Kauf genommen, um den Kunden so größtmögliche Datensicherheit zu garantieren.
Deshalb sieht Kempf auch durch den aktuellen NSA-Skandal um geheime Datenausspähungen keine Gefahr für den Erfolg des Unternehmens. »Als Datev sehe ich unmittelbar keine Auswirkungen auf unsere Geschäfte mit den über 40.000 Mitgliedern und deren Mandanten«, so der Vorstandsvorsitzende. Hohe Sicherheitsstandards und Datenschutz gehörten schon seit fast 50 Jahren sozusagen zur DNA der Datev. Trotzdem drängt Kempf zu schnellem Handeln: »Vor allem mit Blick auf die Wahrnehmung in kleinen und mittelständischen Unternehmen brauchen wir von Politik und Sicherheitsbehörden schnell größtmögliche Transparenz und Aufklärung, um das Vertrauen in Cloud- und Internetdienste nicht dauerhaft zu erschüttern«.