Wurde Software früher hauptsächlich für PCs geschrieben, gehören inzwischen eine Vielzahl anderer Geräte zum täglich genutzten IT-Pool von Firmen und Privatkunden. Das Ausliefern von Software und ihren Funktionen auf die verschiedenen Devices über die Cloud wird damit zunehmend zu einer zentralen Herausforderung für Anbieter und Kunden. Nahtlose Übergänge vom Smartphone und Tablet-PCs über Laptops und Desktoprechnern bis hin zu Home Entertainment Systemen sind gefordert, um die Fragmentierung zu beenden und so die Produktivität und Sicherheit zu erhöhen. Deshalb will Microsoft sogar daran arbeiten, künftig die Übergänge zu den Systemen von Konkurrenten wie Apple oder Android fließender zu gestalten, versprach der Microsoft-Chef in seiner Keynote. Die solide Basis dafür soll nach seinem Dafürhalten weiterhin Windows als übergreifende Plattform für verschiedenste Geräte bieten. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Windows-Welt soll das »Cloud-OS« Azure die nötigen virtuellen Verbindungen zwischen einzelnen Anwendungen herstellen.
»Als ich nach der Schule zu Microsoft gegangen bin, musste ich meinen Eltern erst einmal erklären, was Software überhaupt ist und warum ich für eine Softwarefirma arbeiten wollte. Das ist lange her«, verknüpfte Ballmer seinen eigenen Werdegang mit dem der Computertechnik. Noch immer halte er Softwareentwicklung deshalb für die wertvollste Fähigkeit, die man überhaupt erwerben könne. Allerdings unter neuen Voraussetzungen. Heute sei die IT-Welt jedoch bereits eine völlig andere, und egal welche Skepsis heute noch vielerorts herrsche, zeigte sich Ballmer überzeugt, dass in 10 bis 15 Jahren jede Firma in der Cloud arbeiten werde. Dafür seien jedoch völlig neue Lösungen und Infrastrukturen gefordert, in die Microsoft schon heute weltweit investiert. Inzwischen betreibt das Unternehmen etwa bereits über eine Million Server weltweit für Cloud-Anwendungen, nur etwas weniger als Google und einige mehr als Amazon. Im Gegensatz zu diesen beiden großen und neuen Konkurrenten sieht sich Microsoft aber dank Azure im Vorteil, den Kunden maßgeschneiderte hybride Lösungen aus Public und Private Clouds für ihre Bedürfnisse anbieten zu können.
Ballmer ließ bei seinem Blick in die Zukunft keinen Zweifel aufkommen, dass den Partnern dabei eine enorm wichtige Rolle zukommt. »Wir befinden uns in einer Transformation der Auslieferung unserer Software von der altbekannten Weise hin zu einer gänzlich neuen Form. Und wir brauchen unsere Partner auf dieser Reise an unserer Seite, egal ob sie Computer entwerfen und bauen, ob sie Services zur Systemintegration anbieten, oder ob sie eigene Lösungen erarbeiten. Sie alle haben ihren festen Platz an unserer Seite auf diesem Weg«. Von der Ablösung von Windows XP in Millionen von Unternehmen über die Integration verschiedenster Lösungen und Ökosysteme in der Cloud, bis hin zur Umsetzung von Big Data Szenarien bleibt also weiterhin genug zu tun, um gerade agilen und innovativen Partnern, die sich dieser Themen annehmen, ein solides Auskommen zu bieten.