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Bitkom-Umfrage unter Händlern

Chance und Challenge zugleich

Autor: Redaktion connect-professional • 21.6.2017 • ca. 2:10 Min

Bitkom-Umfrage unter Händlern
66 Prozent der Händler sagen, dass die Digitalisierung eine große Herausforderung für ihr Unternehmen ist. Unter denen, die ausschließlich stationär verkaufen, sagen 68 Prozent, dass der digitale Wandel für ihre Branche eine Herausforderung ist.
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Für den Handel ist die Digitalisierung das bestimmende Zukunftsthema wie eingangs erwähnt. 66 Prozent der Händler sagen, dass die Digitalisierung eine große Herausforderung für ihr Unternehmen ist. Unter denen, die ausschließlich stationär verkaufen, sagen 68 Prozent, dass der digitale Wandel für ihre Branche eine Herausforderung ist. Rohleder: „Die prioritäre Aufgabe für die Händler ist nun, den Kunden den Einkauf auf allen Kanälen zu ermöglichen.“

Auch die Suche nach geeigneten Mitarbeitern stellt die Händler vor Herausforderungen: 55 Prozent der Händler haben hier Probleme. Auf Rang drei der großen Herausforderungen des Handels folgen die Ausgaben für die Miete (51 Prozent). Vier von zehn Händler (41 Prozent) haben außerdem Schwierigkeiten, mit ihren Mitbewerbern mitzuhalten. Weitere Herausforderungen sind die aktuelle Nachfrage im Inland (30 Prozent) und Ladendiebstähle (23 Prozent).

Als größten Vorteil der Digitalisierung sehen die Händler vor allem, dass ihr Alltagsgeschäft vereinfacht wird – sei es die Kommunikation mit den Kunden (83 Prozent), die Bestellmöglichkeiten beim Lieferanten (74 Prozent) oder die Kommunikation mit Geschäftspartnern (65 Prozent). 60 Prozent meinen außerdem, dass sich dank der Digitalisierung das Geschäftsmodell ausbauen lässt, 58 Prozent sagen, dass neue Einnahmequellen geschaffen werden können. Abschreckend empfinden Händler vor allem den hohen Aufwand für Datenschutz (86 Prozent) und die Investitionskosten (81 Prozent). „Viele Händler scheitern mit ihren innovativen Ideen auch an unserer Rechtslage, die sich immer noch am Kaufladen des frühen 20. Jahrhunderts orientiert“, so Rohleder. Das sei das falsche Signal für Start-ups, die an originellen E-Commerce-Lösungen arbeiten, aber auch für Investoren, die Geld für neue Entwicklungen und junge Digital-Unternehmen zur Verfügung stellen.

Optimistischer Blick in die Zukunft
Blicken die Händler ins Jahr 2030, sind sie aber dennoch optimistisch: Rund zwei Drittel (65 Prozent) meinen, dass das Bezahlen dann beim Verlassen des Geschäfts automatisch, also ohne lange Schlangen an der Kasse abläuft. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) denkt, dass Waren bis dahin im stationären Handel auch über Virtual Reality erlebbar sein werden. 61 Prozent sehen Läden dann in der Rolle eines Showrooms, in dem Produkte getestet und anschließend im Online-Shop des Händlers bestellt werden können. „Konkurrenzdenken zwischen stationärem Händler, Online-Händler oder Multichannel-Händler ist in der digitalen Welt fehl am Platz. Jeder kann sich mit innovativen Ideen ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen und neue Märkte und Kundengruppen erschließen“, so Rohleder.