Ein neuer Trend, der sich in der Energieversorgung abzeichnet, sind Bussysteme, die über den Schrankreihen verlegt werden und eine Stromverteilung ohne die sonst benötigten großen Strompeitschen ermöglichen. In Datacentern, in denen immer wieder Veränderungen bei den Verteilerschränken und deren Stellplatz erforderlich sind, bietet diese Form der Energiebereitstellung mehr Flexibilität. In Fragen Stromversorgung und höhere Energieeffizienz für ein „grünes” Rechenzentrum ist es entscheidend nicht nur die abgegebene Leistung allein zu messen, sondern auch die exakte Stromaufnahme. Neue intelligente Stromleisten machen das jetzt möglich. Ein Trend außerhalb der Virtualisierung ist das automatische „sanfte“ Herunterfahren von Servern, wenn diese nicht benötigt werden, anstatt Ressourcen für eine virtuelle Maschine zu mobilisieren. Eine Trendanalyse des Stromverbrauchs hilft Unternehmen bei der Entscheidung, welches Gerät zuerst ausgetauscht werden sollte.
Wenn es um die Bewertung von Colocation-Flächen in einem typischen Rechenzentrum geht, ist es wichtig zu wissen, ob ein Raumnutzungsplan des Datacenters vorhanden ist, um sicherzustellen, dass das Equipment in den abgetrennten RZ-Bereichen („Käfigen“) auch parallel angeordnet ist und nicht winklig zueinander steht, die Kabelführung kontrolliert verläuft und Stromversorgung und Kühlung nicht durch benachbarte, abgetrennte Bereiche behindert werden. Wenn die Endnutzer in einem Käfig vollkommen unabhängig für sich entscheiden, können sich daraus negative Konsequenzen für die anderen Käfige ergeben. Ständige Umkonfigurierungen können zu verschiedenen Problemen in den Colocation-Bereichen führen. Vom Blickwinkel des Eigentümers ist es empfehlenswert die Nutzer bei der Erzielung höherer Energieeffizienz zu unterstützen. Auf die Verwendung intelligenter Stromleisten zu bestehen, fördert die Umsetzung von Strom sparenden Maßnahmen. Die Rechenzentrums-Umgebung unter Kontrolle zu behalten, einschließlich der Kabelführungen und RZ-Flächen zu allen Käfigen, trägt zur Gewährleistung einer optimalen Luftzirkulation bei.
Von Seiten der Kühlung gibt es eine Unmenge von verschiedenen Alternativen, darunter die Verwendung flüssiggekühlter Türen und Prozessoren (was die Anforderungen an die Raumkühlung signifikant reduziert), Einhausung von Warmgang und Kaltgang etc. Zum Teil verlieren Unternehmen dabei den Blick auf ganz nahe liegende Möglichkeiten, mit denen sich die Energiefrage im RZ auf einfache Weise maßgeblich beeinflussen lässt. Dazu zählen beispielsweise Blindplatten in den Verteilerschränken, Bürstenleisten im Boden, die Verteilung von stark Wärme erzeugendem Equipment im Rechenzentrum statt dessen Konzentration an einem Punkt. Durch solche Maßnahmen kann sich die Notwendigkeit zusätzlicher Kühlung erübrigen. Wo zusätzliche Kühlung benötigt wird, macht es Sinn Bereiche mit höherer Dichte mehr zu kühlen anstatt die Lüftungskapazität für den gesamten Raum zu steigern.
Oberstes Gebot im Rechenzentrum sollte es sein, eine Entscheidung niemals im luftleeren Raum zu treffen, sondern dabei die langfristige Entwicklung zugrunde zu legen. Das Rechenzentrum ist ein Ökosystem. In jedem Fall sollten vor der Umsetzung einer neuen Strategie deren Auswirkungen genau in Betracht gezogen werden. Wenn ein Unternehmen die Verkabelung durch ToR-Switche ersetzt, ist es möglich, dass die Verkabelung dennoch benötigt wird, beispielsweise für ein zentrales Monitoring oder bei Einsatz neuer Technologien, und sich damit die Einsparungen wieder aufheben. Der Schlüssel für Flexibilität liegt darin Verkabelungssysteme und Kabelführungen mit ausreichender Reserve zu installieren, so dass diese in der Lage sind sich dem wachsenden Bedarf des sich beständig verändernden Ökosystems Rechenzentrum anzupassen.