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Distribution unter Kostendruck

Riskante Frachtfrei-Aktionen

Autor: Redaktion connect-professional • 6.11.2008 • ca. 1:10 Min

Dabei ist das Problem nicht neu. Also-Geschäftsführer Michael Dressen mahnt bereits seit geraumer Zeit eine Umlage der Frachtkosten auf den Handel an. Lange Zeit belächelt, stärken ihm jetzt die Kollegen zwischen Flensburg und Berchtesgaden den Rücken. Mit ein paar Ausnahmen. Aber, und davon sind die Grossisten mit Frachtkostenmodellen jedweder Art überzeugt, nur auf Zeit: »Diejenigen, die jetzt mit Frachtfrei-Aktionen auf Kundenfang sind, werden als erste im sich konsolidierenden Markt auf der der Strecke bleiben«, steht für Actebis CEO Klaus Hellmich völlig außer Frage. Und Tech-Data Chefin Demeester setzt noch eins obendrauf: »Einigen Distributoren drohen Verkauf oder Restrukturierung.« Den Grund dafür erkennt sie in den Herausforderungen, denen sich die Grossisten stellen müssen. Das sind unter anderem rückläufiges Wachstum, Korrektur der Kursziele, weiter schmelzende Margen und Profitabilität und nicht zuletzt die durch das Finanzdebakel entstandene Kreditkrise.

Diese Faktoren, verbunden mit den steigenden Kosten bei Fracht und Versand, macht es der Distribution immer schwerer. Der Großhandel benötigt Lösungskonzepte, um die Belastungen so weit wie möglich reduzieren zu können. Und natürlich sind sich die meisten Distributoren darüber im Klaren, dass man auch dem Fachhandel nicht über Gebühr Zusatzkosten aufhalsen kann. Vor allem der Facheinzelhandel steht mit dem Rücken an der Wand. »Bei weiter sinkenden Margen ist der finanzielle Spielraum ausgeschöpft«, weiß Frank Garrelts, Geschäftsführer der Beratungsfirma Provoto und Urgestein der Kooperationsszene, um die Situation der Einzelhändler. Hinzu komme, dass der Handel unter dem Preisdruck der E-Tailer ohnehin schon genug zu leiden habe. Deshalb werde »der Facheinzelhandel wohl oder übel sehr genau rechnen und verstärkt über die Distributoren beziehen, die ihnen Zusatzkosten ersparen«.