Bestellvolumina sollen steigen
- Steigende Frachtkosten sorgen für Ärger
- Riskante Frachtfrei-Aktionen
- Bestellvolumina sollen steigen
- Die Konzepte der Frachtkostenmodelle
Marcus Adä, Vice President Sales bei Ingram Micro, glaubt aber nicht daran, dass dies mittelfristig die Lösung sein kann. »Unsere Kostenstrukturen sind bereits sehr effizient. Deshalb müssen wir wirtschaftliche Trends wie steigende Fracht- und Versandkosten, den Anstieg von Rohölpreisen und Mautkosten und die Belastungen durch den schwachen Dollarkurs weitergeben, da wir diese Kosten auch über zusätzliche Optimierungen nicht mehr auffangen können.« Dem kann sich COS-Geschäftsführer Michael Krings nur anschließen. Für ihn gibt es nur eine sinnvolle Lösung: »Wir müssen zusammen mit allen Beteiligten nach neuen Lösungsansätze suchen, wobei die Belastung des Handels durch Frachtkosten nur ein Punkt ist.« Denn auch die Fachhändler müssten sich überlegen, wie sie diese Mehrbelastung in ihre Preiskalkulation einbringen können. Und: »Die Bestellvolumina müssen wieder größer werden.« Nur so könnten am Kostenblock Versand die Stellschrauben weiter angezogen werden, die Distribution mehr entlastet und damit auch der Handel von unnötigen Zusatzabgaben verschont werden.
Tatsächlich drücken die ständig abnehmenden Bestellvolumina auf die Versandkosten. Trotz hohen Automatisierungsgrades in den Logistikzentren der größeren Distributoren, kostet der Trend beim Handel zu immer mehr kleineren Bestellungen Geld. Stellvertretend für das Gros der Zwischenhändler klärt Susann Schmidt, Bereichvorstand der Komsa, auf: »Wir müssen die Prozesse so optimieren, dass trotz steigender Energiekosten die Erwartungen der Endkunden erfüllt, aber Distribution und Handel nicht wesentlich mit Mehrkosten belastet werden. Hier werden und wollen wir nur gemeinsam mit dem Handel zu Lösungen kommen. Sicher wird es dazu führen, bewusster zu überlegen, wie oft und in welchen Mengen bestellt wird.« Ein Prozess übrigens, den der Fachhandel im Nachbarland Österreich längst ad acta gelegt hat. Dort zahlt der Handel, der größtenteils aus deutschen Distributionslagern beliefert wird, die sogar noch höheren Fracht- und Mautgebühren. Und: Österreichs Händler haben es sich angewöhnt, Bestellungen zu bündeln. Thomas Kasper, Member of Management Board bei Also erkennt darin eine Bestätigung seiner These, wonach der Handel »durch die Berechnung (…) zu ökonomischen, sprich kostenbewussten Verhalten annimiert wird, was letztlich günstigen Einfluss auf die Gesamtkosten der Lieferkette hat«.