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Im Test: Avast Ultimate Business Security

Cloudbasierter Rundum-Schutz für moderne KMU-Infrastrukturen

Avast Ultimate Business Security verfolgt einen vollständig cloudbasierten Architekturansatz und richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmensumgebungen.

Autor: Thomas Joost | Redaktion: Andrea Fellmeth • 31.3.2026 • ca. 4:25 Min

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© Thomas Joost – connect professional

Die Lösung Ultimate Business Security von Avast kombiniert Endpoint-Schutz, Datenschutzfunktionen, Online-Sicherheitsmechanismen und automatisiertes Patch-Management innerhalb einer zentralen Management-Plattform und soll vor allem kleinere und mittlere Unternehmen mit verteilten Arbeitsplätzen, mobilen Endpunkten und begrenzten lokalen Administrationsressourcen ansprechen. Der gesamte Steuerungs- und Kontrollfluss läuft über den Avast Business Hub, der Geräte, Richtlinien, Telemetriedaten, Ereignisse und Berichte zusammenführt. Eine lokale Management-Konsole existiert nicht. Damit entfällt der Betrieb eigener Serverkomponenten für Verwaltung und Updateverteilung.

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Der Plattformansatz fokussiert auf Windows-Clients, Windows-Server sowie gemischte Umgebungen mit mobilen und entfernten Arbeitsplätzen. Die Lösung unterstützt Windows 7 bis Windows 11 sowie Windows Server 2008 R2 bis 2022 inklusive Exchange Server und SharePoint Server. macOS wird unterstützt, mit funktionalen Einschränkungen bei VPN und Patch-Management. Für automatische Updates ist eine permanente Internetverbindung erforderlich.

Mehrschichtige Schutzarchitektur auf dem Endpoint

Die Schutzarchitektur kombiniert mehrere lokale und cloudgestützte Erkennungs- und Abwehrmechanismen. Der Dateisystem-Schutz überwacht Dateioperationen in Echtzeit und verhindert die Ausführung schädlicher Objekte vor dem Zugriff. Der URL-Wächter analysiert Webzugriffe und blockiert bösartige Skripte, infizierte Downloads und schädliche Inhalte bereits während der Übertragung. Der E-Mail-Schutz prüft ein- und ausgehende Nachrichtenströme aus Desktop-E-Mail-Clients auf Malware und schädliche Anhänge.

Der Verhaltensschutz analysiert Prozesse kontinuierlich und erkennt auffällige Muster unabhängig von Signaturen. Diese Komponente adressiert neuartige Angriffe, dateilose Techniken und Varianten, die noch nicht in klassischen Signaturdatenbanken enthalten sind. CyberCapture ergänzt diese Schicht durch eine cloudbasierte Analyse ungewöhnlicher Dateien. Verdächtige Objekte werden gesperrt und in einer isolierten Umgebung analysiert, bevor eine Freigabe oder Blockierung erfolgt.

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Die Konfiguration der angebundenen Clients erfolgt im Avast Ultimate Business Security über Richtlinien aus dem Avast Business Hub
© Thomas Joost – connect professional

Die integrierte Sandbox ermöglicht das isolierte Ausführen nicht vertrauenswürdiger Anwendungen. Aktivitäten verbleiben innerhalb eines abgeschotteten Systems, sodass keine Wechselwirkungen mit dem produktiven Betrieb auftreten. Diese Funktion eignet sich für die Analyse unbekannter Software oder ungewöhnlicher Artefakte.

Netzwerk-, Zugriffs- und Ransomware-Schutz

Auf Netzwerkebene überwacht die erweiterte Firewall den ein- und ausgehenden Datenverkehr zwischen Endpunkten und externen Netzen. Unerwünschte oder riskante Verbindungen werden blockiert. Der Netzwerk-Inspektor analysiert den Netzwerkstatus, verbundene Geräte und Routereinstellungen, um Fehlkonfigurationen und potenzielle Einstiegspunkte für Angriffe zu identifizieren. Der Schutz gegen Fernzugriffe begrenzt RDP-Zugriffe, erkennt Brute-Force-Muster und blockiert nicht autorisierte Verbindungen.

Der Ransomware-Schutz sichert definierte Ordner gegen Manipulation, Löschung oder Verschlüsselung. Zugriffsrechte lassen sich anwendungsbezogen festlegen, wodurch unautorisierte Prozesse keinen Schreibzugriff erhalten. Diese Mechanik greift sowohl bei lokal ausgeführten Angriffen als auch bei seitlichen Bewegungen über Netzwerkfreigaben.

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Über den Avast Business Hub erfolgt auch die Anbindung der Clients und die Aktivierung der entsprechenden Dienste auf dem Client.
© Thomas Joost – connect professional

USB-Schutz kontrolliert Wechseldatenträger und verhindert die Nutzung nicht zugelassener Geräte. Diese Funktion reduziert das Risiko von Malware-Einträgen und Datenabfluss über physische Schnittstellen. Ergänzend steht ein Daten-Schredder zur Verfügung, der Dateien unwiderruflich entfernt und eine Wiederherstellung verhindert.

Serverintegration und Schutz zentraler Dienste

Avast Ultimate Business Security integriert Schutzmechanismen für Microsoft Exchange Server und SharePoint Server. Auf Exchange-Ebene scannt die Lösung E-Mail-Inhalte direkt am Server und blockiert schädliche Nachrichten, bevor sie Postfächer erreichen. Für SharePoint prüft die Lösung hochgeladene Dateien auf Malware und verhindert die Verteilung infizierter Inhalte innerhalb gemeinsamer Ablagen. Diese Funktionen erweitern den Endpunktschutz um serverseitige Kontrollpunkte.

Online-Sicherheit, Privatsphäre und Aktivitätskontrolle

Die Lösung integriert mehrere Komponenten zur Absicherung von Online-Aktivitäten. Real Site schützt vor DNS-Manipulation und gefälschten Webseiten, die auf den Diebstahl von Zugangsdaten abzielen. Der Browserschutz verhindert den Abgriff von Cookies und Anmeldedaten aus gängigen Browsern. Webcam-Schutz blockiert unautorisierte Zugriffe auf Kameras. Web Control steuert den Zugriff auf Webkategorien und einzelne Domains und erlaubt die Durchsetzung unternehmensspezifischer Richtlinien.

Das persönliche VPN verschlüsselt den Datenverkehr in öffentlichen Netzwerken und schützt Verbindungen in mobilen Szenarien. Diese Funktion steht unter macOS nicht zur Verfügung. Die neu eingeführte Online-Aktivitätskontrolle erweitert die Steuerungsmöglichkeiten um zusätzliche Richtlinien zur Nutzung von Webdiensten und Online-Ressourcen und integriert sich in die zentrale Policy-Verwaltung.

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© connect professional

Patch-Management und Updatekontrolle

Eine weitere Funktion in Avast Ultimate Business Security ist das integrierte Patch-Management. Diese Komponente automatisiert die Bereitstellung von Sicherheitsupdates für Windows-Betriebssysteme und eine große Anzahl von Drittanbieteranwendungen. Ein zentrales Dashboard zeigt den Patch-Status aller verwalteten Geräte und unterscheidet zwischen installierten, fehlenden und fehlgeschlagenen Updates.Administratoren können Zeitpläne, Patch-Schweregrade, Herstellerfilter und Ausnahmen definieren. Automatische Scans laufen in konfigurierbaren Intervallen. Ein Master-Agent lädt Patches zentral und verteilt sie innerhalb des Netzwerks, wodurch externe Bandbreite reduziert wird. Patch-Management steht ausschließlich unter Windows zur Verfügung und erfordert den Avast Business Hub.

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© connect professional

Management, Automatisierung und Reporting

Der Avast Business Hub bildet das operative Zentrum der Plattform. Das Dashboard stellt Gerätebestand, Sicherheitsstatus, Richtlinienzuweisungen und Ereignisse dar. Zentrale Warnungen, Benachrichtigungen und Echtzeitbefehle erlauben schnelle Reaktionen. Funktionen zur Netzwerkerkennung und Remote-Bereitstellung erleichtern das Onboarding neuer Systeme. Grundlegende Remote-Zugriffsfunktionen unterstützen Support- und Wartungsaufgaben. Die Plattform unterstützt mehrere Instanzen und eignet sich damit auch für Dienstleister und Organisationen mit Mandantenstrukturen.

Ergebnisse unabhängiger Tests

Im Business Security Test August bis November 2025 von AV-Comparatives blockierte Avast Ultimate Business Security 460 von 461 realistischen Angriffsszenarien. Die Schutzrate lag bei 99,8 Prozent bei drei Fehlalarmen. In der Malware-Protection-Prüfung September 2025 erreichte das Produkt 99,8 Prozent Erkennungsrate ohne Fehlalarme auf gängiger Business-Software. In der False-Positive-Analyse auf nicht betrieblicher Software ordnete AV-Comparatives die Lösung der Kategorie Low zu.Im Performance-Test Oktober 2025 erzielte Avast einen Procyon-Score von 91,5 Punkten. Der Gesamt-Impact-Wert lag bei 8,5 und damit unterhalb der Schwelle für relevante Performanceeinschränkungen im Arbeitsalltag.Der Enterprise-Test September bis Oktober 2025 von AV-TEST bewertete Avast Ultimate Business Security 25.6 unter Windows 11 Professional. In der Schutzwirkung erreichte das Produkt 6 von 6 Punkten. Die Erkennung von 0-Day-Malware aus dem Internet lag bei 99 Prozent. Die Erkennung weit verbreiteter Malware erreichte 100 Prozent. In den Kategorien Geschwindigkeit und Benutzbarkeit vergab AV-TEST jeweils sechs von sechs Punkten. Fehlalarme bei Webseiten, Systemscans oder Softwareinstallationen traten nicht auf. Die Gesamtwertung erreichte 18 Punkte und erhielt die Auszeichnung Top Product.

Einordnung und Bewertung

Avast Ultimate Business Security verbindet hohe Schutzraten aus unabhängigen Tests mit integrierter Patch-Automatisierung, zentraler Cloud-Verwaltung und breitem Funktionsumfang auf Endpoint- und Serverebene. Die Ergebnisse von AV-Comparatives und AV-TEST belegen eine wirksame Abwehr in realistischen Angriffsszenarien, geringe Fehlalarmraten und einen moderaten Einfluss auf die Systemleistung. Der Plattformansatz eignet sich für Organisationen, die auf eine zentral gesteuerte, cloudbasierte Sicherheitsarchitektur ohne lokale Management-Infrastruktur setzen und dabei Endpoint-Schutz, Updatekontrolle und Online-Sicherheitsfunktionen in einer Lösung bündeln möchten.