Dass hier die beiden Schwergewichte Bechtle und Cancom die mediale Aufmerksamkeit um das US-Spionagesystem Prism und das britischen Pendant Tempora auf sich zu lenken versuchen und ihre Cloud-Angebote in den Vordergrund stellen, ist kein Zufall. Datenschutz ist für beide Systemhäuser ein willkommenes, aber doch eher vordergründiges Thema. Beide Systemhäuser sind »knallharte Wettbewerber«, wie Bechtle-Chef Olemotz betont. Dabei geht es den Vorständen hier wie dort um die Deutungshoheit, welches der beiden Unternehmen das ausgereiftere Konzept für den Aufbau und Betrieb von IT-Lösungen im bevorstehenden Zeitalter des Cloud Computing besitzt. »Ich sehe nichts, was Cancom besser macht als wir«, sagt der Bechtle-Chef Olemotz.
Der verbale Kinnhaken bringt Cancom-Vorstand Klaus Weinmann freilich nicht zum Verstummen. »Aufgrund der hohen Kompetenz und langjährigen Erfahrung im Private Cloud Umfeld sowie der handfesten Alleinstellungsmerkmale unserer AHP Private Cloud Lösung hebt sich Cancom deutlich auch von umsatzmäßig größeren Wettbewerbern ab«, teilt Weinmann aus.
Man sei durch das Cloud-Angebot in der Lage, dem knallharten Wettbewerb im Hardwarehandel auszuweichen und Kunden effizienzsteigernde und zukunftssichere Komplettlösungen anzubieten, so Weinmann weiter.
Lachender Dritter könnte T-Systems sein. Der IT-Dienstleister hat schon vor zwei Jahren eine Bundes-Cloud und damit sich selbst als oberster IT-Architekt für Behörden ins Spiel gebracht. Die nationalen Töne sind bei der Telekom-Tochter seit geraumer Zeit aber verstummt. Offenbar hat es sich beim Konzern herumgesprochen, dass der russische Geheimdienst auch ohne Cloud-Dienstleister sein Handwerk vorbildlich erledigen kann und seine sensible interne Kommunikation auf Schreibmaschinen abwickelt. Auch für derlei analoge Sicherheitskonzepte bieten sich Lösungen deutscher Hersteller an. Die gute alte Hardware kommt nämlich vom deutschen Büromaschinen-Farikanten Triumpf-Adler.