TK-Marktstudie vorgestellt

Deutschland wird Glasfaserland – ganz langsam

23. Oktober 2017, 9:57 Uhr | Folker Lück

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Glasfaser wächst

Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse steigt in diesem Jahr erneut: Sie nimmt um rund eine Million auf 33,0 Millionen zu (+3,1 Prozent). Der Anteil der nachgefragten Festnetzanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s Downstream-Bandbreite wird 2017 auf 28,2 Prozent zulegen. Etwa 3,1 Millionen Haushalte (+ 530.000) werden Ende 2017 an Glasfasernetze mindestens bis zum Gebäudekeller (FTTB/FTTH) angeschlossen sein – ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Haushalte, die diesen Anschluss auch buchen, legt insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um fast 17 Prozent auf 880.000 zu. Neun von zehn Haushalten, die Ende 2017 einem FTTB/H-Anschluss nutzen, beziehen diese nicht von der Telekom, sondern von einem alternativen Carrier. Die Wettbewerber bauen drei Viertel der Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude (FTTB) oder in die Wohnung (FTTH) in Deutschland. „Die Wettbewerber haben mehr Kunden, die auch tatsächlich den Glasfaseranschluss gebucht haben, als die Telekom insgesamt überhaupt Anschlüsse verlegt hat“, so TK-Experte Gerpott. Aus Sicht des Studienautors wird es unabhängig von Regulierung durch den Wettbewerbsdruck einen merklichen Ausbau des FTTB/FTTH-Angebots der Telekom Deutschland geben.

An die zukünftige Regierung gerichtet verlangt VATM-Präsident Martin Witt: »Der VATM fordert ein klares Bekenntnis zur Gigabit-Gesellschaft mit einem Planungshorizont bis 2025!« Die Glasfaserinfrastrukturen für Festnetz und 5G-Mobilfunk müssten konsistent aufgebaut werden. „Die staatliche Förderung darf zukünftig nur auf FTTB/H ausgerichtet sein«.


  1. Deutschland wird Glasfaserland – ganz langsam
  2. Telekom verdient immer mit
  3. Glasfaser wächst
  4. Wachsender Datenhunger
  5. Warnung vor Monopolstellung

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