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Wie digitale Bestandsverfolgung Leben schützt

Asset Tracking: Der stille Helfer der öffentlichen Sicherheit

Asset Tracking unterstützt Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste dabei, Ausrüstung und Beweismittel jederzeit zuverlässig zu erfassen. Digitale Bestandsverfolgung spart Zeit, reduziert Fehler und stärkt die Einsatzfähigkeit – ein oft unsichtbarer, aber entscheidender Beitrag für mehr öffentliche Sicherheit.

Autor: Michael Fertig / Redaktion: Diana Künstler • 13.1.2026 • ca. 3:45 Min

Krankenwagen
© FotoDax – shutterstock.com

Fans von Krimiserien, True-Crime-Formaten und Reportagen über Rettungsdienste wissen: Der Ausgang einer Ermittlung hängt maßgeblich von einer lückenlosen Beweiskette ab. Geht ein Beweisstück verloren oder wird beschädigt, kann das dazu führen, dass ein Täter ungestraft davonkommt oder ein Brand nie vollständig aufgeklärt wird. Umgekehrt kann ein wiederentdecktes oder zuvor unbekanntes Indiz den Durchbruch in einem Fall bringen.

Öffentliche Sicherheit ist ein Grundpfeiler jeder funktionierenden Gesellschaft. Doch Bedrohungen wie Kriminalität, medizinische Notlagen oder Umweltgefahren sind meist unvorhersehbar. Verzögerungen, Lücken oder Ineffizienzen in sicherheitsrelevanten Systemen können schwerwiegende Folgen haben.

Ein Leitsatz aus der GTD-Methode („Getting Things Done“) bringt es auf den Punkt:

Je mehr Dinge man im Kopf behalten muss, desto weniger bekommt man erledigt.

Für Einsatzkräfte, die täglich unter hohem Druck arbeiten, bleibt oft keine Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob die Ausrüstung vollständig ist, sie funktioniert oder wo sich fehlende Komponenten befinden. Gerade im Ausnahmezustand muss alles sofort verfügbar, funktional und verlässlich sein.

Diese kontinuierliche Herausforderung führt dazu, dass immer mehr ressourcenintensive Dienste wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Militär auf mobile Computer und Radiofrequenz-Identifikation (RFID) setzen, um Material, Ausrüstung und Beweismittel in Echtzeit zu erfassen, zu lokalisieren und zu verwalten. Das Ziel? Auf diese Weise schneller, sicherer und effizienter reagieren zu können.

Beispiele aus der Praxis

Ein Beispiel: Die spanische Polizei nutzt robuste Zebra L10-Tablets, die als mobile Arbeitsstationen in Streifenfahrzeugen dienen. Damit können Einsatzkräfte vor Ort Ausweise prüfen, Fotos machen, Dokumente scannen, Beweismittel erfassen, Fahndungslisten durchsuchen und ihre Einsätze vollständig digital dokumentieren. Papierbasierte Prozesse und zeitaufwändige Fahrten zur Dienststelle entfallen, die gewonnene Zeit kommt direkt der operativen Arbeit zugute.In Großbritannien setzt der Feuerwehr- und Rettungsdienst Mid & West Wales beispielsweise auf fest verbaute RFID-Lesegeräte und mobile Computer von Zebra, um die Verteilung, Verwaltung und Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu optimieren. Das Ergebnis ist eine Einsparung von über 600.000 Pfund über die zehnjährige Lebensdauer der PSA.

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Ein weiteres Beispiel liefert ein Projekt in der Logistiktransformation, durchgeführt vom Zebra-Partner Nuffield Technologies: Durch den Einsatz von Handheld-Computern, Software und Dienstleistungen konnte die Zeit für die tägliche Ausrüstungsprüfung an Hunderten von Standorten um 83 Prozent reduziert werden, die Zeit für die Annahme von Paletten sogar um 93 Prozent.

Digitale Bestandsverfolgung

In allen Bereichen der öffentlichen Sicherheit bietet die automatisierte Nachverfolgung von Beständen spürbare Vorteile. Kein Sanitäter, Polizist oder Feuerwehrmann hat viel Zeit, um sich mit dem Ausfüllen von Formularen auseinanderzusetzen. Durch den Einsatz von Scannern und mobiler Software lässt sich die Verwaltung deutlich verschlanken. Beweismittel können so beispielsweise von Polizisten unmittelbar vor Ort fotografiert und eindeutig gekennzeichnet werden. Per Knopfdruck lassen sie sich über stationäre oder mobile RFID-Lesegeräte hochladen, teilen sowie unter vielen anderen Objekten gezielt auffinden.

Durch diese optimierte, digitalisierte Verwaltung verbringen Einsatzkräfte weniger Zeit mit Formularen – und mehr mit dem, was wirklich zählt: Menschen zu helfen. Gleichzeitig erhalten Ermittler verlässlichere, präzisere Falldaten, was die Aufklärungsquote verbessert, und die Beweisführung stärkt.

Zeit sparen und Leben retten

Allein die Überprüfung der Ausrüstung in Einsatzfahrzeugen ist ein großer Zeitfaktor – bedingt durch Menge, Vielfalt und Gewicht der mitgeführten Gegenstände. Wird dieser Prozess manuell mit Stift und Papier erledigt, ist der Aufwand kaum zu bewältigen. Dank RFID lässt sich dieser Schritt heute innerhalb weniger Sekunden durchführen. Fehlende oder beschädigte Ausrüstungsgegenstände werden dabei sofort erkannt.

Auch der Austausch defekter oder abgelaufener Materialien lässt sich digital wesentlich effizienter organisieren. So können etwa Produkte mit begrenzter Haltbarkeit rechtzeitig ersetzt und Geräte turnusmäßig gewartet werden. Das stärkt nicht nur die Sicherheit im Einsatz, sondern auch das Vertrauen der Kräfte in ihre Ausrüstung – und entlastet das System insgesamt.

Mobiler Datenzugang ermöglicht schnellere Entscheidungen

Papierlose Dokumentation mit mobilem Zugriff auf relevante Informationen ist im Notfalleinsatz unverzichtbar. KI-gestützte Analysewerkzeuge, Edge-Computing und der Zugang zu Echtzeitdatenbanken ermöglichen es, unmittelbar auf wichtige Informationen zuzugreifen. Egal, ob es sich dabei um Verdächtigenprofile, Fahrzeugkennungen, medizinische Daten oder Live-Lageberichte handelt.

Auch kleinere Einsatzdienste können von diesen Technologien profitieren: Ein Rettungsdienst konnte seine Transportkosten beispielsweise um 50 Prozent senken. Das entspricht einer monatlichen Einsparung von rund 3.350 Euro. Die rund um die Uhr verfügbare Bestandsübersicht und die automatisierte Verfolgung von Verbrauchsmaterialien und Ausrüstung sind auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht äußerst sinnvoll.

Neben der Erfassung, Verwaltung und Dokumentation von Daten vor Ort müssen Einsatzkräfte diese Informationen auch in Echtzeit abrufen und weitergeben können. Die laufende Umstellung vom TETRA-System (Terrestrial Trunked Radio) auf breitbandgestützte Kommunikation stellt dabei einen Paradigmenwechsel dar.

Breitband ist die Voraussetzung dafür, um große Datenmengen und komplexe Kommunikationsanforderungen im Einsatz zuverlässig zu bewältigen – etwa bei Beweismitteln, Identitätsdaten oder Videocalls. Die neue Funkgeneration ermöglicht nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch eine reibungslose Kommunikation über Organisationsgrenzen hinweg.

Fazit: Technologie als Rückgrat moderner Einsatzfähigkeit

Die Zukunft der öffentlichen Sicherheit ist ganz klar mit technologischem Fortschritt verbunden. Effizienz, Geschwindigkeit und Genauigkeit sind entscheidend – nicht nur für die Einsatzdokumentation, sondern auch für die Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte selbst.

Digitale Lösungen wie Asset Tracking helfen, die richtigen Entscheidungen in kritischen Momenten zu treffen. Sie erhöhen die Einsatzbereitschaft, entlasten das Personal und verbessern die Beweissicherung – diskret, zuverlässig und im Hintergrund. So wird aus Technologie ein stiller Helfer – und aus digitaler Effizienz ein echter Sicherheitsgewinn.

Michael Fertig ist Senior Manager Öffentliche Sicherheit bei Zebra Technologies.