Media Markt: Branchenprimus noch ohne Online-Konzept
- Elektronikmärkte leiden unter Online-Boom
- Media Markt: Branchenprimus noch ohne Online-Konzept
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- Digital in die Zukunft
- Über die Studie
Nach den zaghaften Preiskorrekturen 2008 und 2009 zeigen die aktuellen OC&C-Ergebnisse bei Media Markt eine deutliche Verschiebung der Preispositionierung nach oben. Auch wenn sich diese dramatische Verschiebung noch nicht auf die Wahrnehmung der Kunden auswirkt, gelingt es Media Markt, das Image als Preisführer zu behaupten. Die Konsumenten danken es mit den besten Bewertungen in den Dimensionen „niedrige Preise“, „Preis-Leistung“ und „Vertrauen“ – gefolgt von Saturn und weit vor anderen Marktteilnehmern. Der blinde Fleck in der Strategie von Media Markt wird dennoch schnell sichtbar: Das zunehmend wichtige Online-Geschäft überlässt Media Markt anderen Spielern. Jahrelang hat Media Markt die Konsumenten durch geschickte Preisaktionen erfolgreich konditioniert. Kaum ein Unternehmen schaffte es so konsequent „günstig“ zu wirken, ohne es tatsächlich zu sein.
Ergebnisse der OC&C-Studie zum Multichannel-Verhalten der Konsumenten aus dem Frühjahr zeigen, dass die Marktstellung des Primus durch den Online-Handel bedroht wird. Bereits heute vergleichen 50 Prozent der Stationär-Käufer im Vorfeld ihres Unterhaltungselektronik-Einkaufs in Online-Medien die Preise. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Online-Rechercheure auch zu Online-Käufern werden – insbesondere, wenn sie auf teils signifikante Preisunterschiede zwischen Stationär- und Online-Kanal stoßen. Die Tatsache, dass die Media-Saturn-Holding jüngst Redcoon als Online-Standbein akquiriert hat und den Launch ihrer Onlineshops für Q4 / 2011 beziehungsweise Anfang 2012 angekündigt haben, dokumentiert den Willen, aus Saturn oder Media Markt wettbewerbsfähige (und profitable) Multichannel-Leistungsversprechen zu entwickeln.