Ein Vergleich der Dienste zeigt, dass Kabelfernsehen und IPTV jeweils spezifische Vorteile bieten. Kabelfernsehen ist eine einfache und etablierte Technologie. Digitales Kabelfernsehen erlaubt die gleichzeitige Übertragung von über 100 Sendern in konstant hoher Qualität, bei Bedarf auch mit HDTV-Auflösung und Mehrkanalton. Anders als bei IPTV wird das komplette Senderangebot permanent an jede Kabeldose im Haushalt übertragen. Eine wesentliche Einschränkung ist jedoch die fehlende Unterstützung von echtem VoD. Wenn es um VoD oder andere interaktive Dienste geht, führt heute kaum ein Weg an IPTV vorbei.
Der Marktanteil von Video on Demand wird über die nächsten Jahre stark zunehmen, ohne das traditionelle Fernsehen aber vollständig verdrängen zu können. Die Liebhaber des traditionellen Programmangebotes bleiben. Zudem bietet digitales Kabelfernsehen kombiniert mit einem Festplattenrekorder dem Zuschauer heute die lang vermisste zeitliche Autonomie. Damit stellt sich die Frage, wie das für lineares Fernsehen optimale Kabelfernsehen mit IPTV für Video on Demand kombiniert werden kann.
Manche Netzbetreiber verlegen dazu zwei Glasfasern in jeden Haushalt, eine Faser für das Kabelfernsehsignal und eine für den IP-Datenverkehr. Der Nachteil dieser Option ist, dass sich die Zahl der Fasern verdoppelt. Mit nur einer Glasfaser kommt die Kombination von RFoG mit Docsis aus. Dabei wird Video on Demand über den IP-Datenkanal unterstützt.
Die dritte Option ist der Einsatz von Wellenlängenmultiplex (WDM) zur parallelen Übertragung mehrerer Signale über eine Glasfaser. Bei dieser als RF-Overlay bezeichneten Technik wird beim Zugangssystem über ein WDM-Modul eine zusätzliche Wellenlänge zur Übertragung des Kabelfernsehsignals eingefügt. Diese Lösung unterstützt beispielsweise Keymile mit einer optischen Ethernet-Karte in der Multi-Service-Zugangsplattform Milegate.