Der Ausbau der optischen Zubringernetze liefert endlich die Bandbreiten, welche für die Fernsehübertragung via IP (IPTV) erforderlich sind. Die riesige Kapazität von Glasfasern bietet aber noch weitere Möglichkeiten für Fernsehdienste.
Von Michael Marti
Aus Sicht der Netzbetreiber und der Kunden lohnt es sich, gerade beim Aufbau von FTTH- und FTTB-Netzen das ganze Spektrum möglicher TV-Technologien und Optionen zu evaluieren. Der in den vergangenen Jahren am intensivsten diskutierte Ansatz ist die erwähnte Übertragung des Fernsehsignals über einen IP-Datenstrom, der via Ethernet-Punkt-zu-Punkt oder PON (Passive Optical Network) übermittelt wird. IPTV hat sich bereits als Technologie etabliert und wird weltweit von vielen Netzbetreibern eingesetzt.
Für die Übertragung des klassischen (linearen) Fernsehens verwendet IPTV das Multicast-Verfahren. Der Server sendet den für mehrere Adressaten bestimmten IP-Datenstrom nur einmal ins Netz, wodurch sich die Belastung des Netzes stark reduzieren lässt. Die Daten werden dann nach Bedarf vervielfältigt und an die einzelnen Adressaten geschickt. Im Gegensatz dazu ist bei Video on Demand (VoD) der gesendete Datenstrom für jeden Zuschauer individuell und wird mittels Unicast übermittelt. Das Datenvolumen im Netz steigt mit jedem aktiven VoD-Teilnehmer an.
Die zweite Möglichkeit, Fernsehdienste über Glasfaser anzubieten, ist die direkte Übertragung des RF-Breitbandsignals per Glas. Bei dieser als RFoG (Radio Frequency over Glass) bezeichneten Technik wird das Koaxialkabel bis ins Haus durch eine Glasfaser ersetzt. Da diese RFoG-Glasfasernetze mit den bestehenden Kabelnetzen weitgehend identisch sind, ist diese Technologie besonders bei jenen Kabelnetzbetreibern beliebt, die ihre Koaxial- und HFC-Netze (Hybrid Fibre Coax) mit FTTH ausbauen.