Lässt sich dieser Lebenszyklus nicht auch mit Aris und anderen Ablaufumgebungen wie Oracle herstellen?
Jost: Natürlich, bei alternativen Execution-Umgebungen beruht aber die Kommunikation auf dem File-Transfer, während wir mit einem gemeinsamen Metamodell arbeiten. Bis zur Cebit 2010 steht die Roadmap und dann werden auch schon erste Ergebnisse der föderierten Lösung zu sehen sein.
Werden die Partner wie SAP, Tibco, Oracle, Microsoft oder IBM nicht verschnupft auf diese Best-in-Class-Integration reagieren?
Jost: Grundsätzlich bleibt Aris ja unabhängig und wir werden unsere Partnerstrategie weiterleben, denn darauf beruht ja mit der Erfolg.
Hat nicht Magna Aufträge verloren, als sich der Zulieferer mit Opel zum Autohersteller aufschwingen wollte?
Jost: Der Vergleich mit Magna hinkt, weil wir keine Zulieferbeziehung haben. Wir entwickeln ja nicht mit SAP oder Oracle ein Stück Software, das wir dann selbst verwenden könnten – es werden schlicht zwei Systeme integriert.
Welche Rolle spielen in der zukünftigen SAG branchenspezifische Prozessszenarien?
Jost: IDS hat mit entsprechenden Prozessmodellen begonnen und wir werden den Weg weiter beschreiten, denn die Unternehmen fordern auch immer stärker auf ihre Branchen zugeschnittene Lösungen ein. Wir unterscheiden deshalb zwischen Produkten, die generischen Charakter besitzen, und den Solutions mit branchenadaptiertem Content.
Wie weit kann die Vertikalisierung gehen?
Jost: Bei klassischen Branchen wie Chemie, Handel oder Automotive existieren Unterbranchen, und selbst die Unternehmen einer Branche unterscheidensich. Wenn also die Vertikalisierung von Lösungen zu sehr verfeinert wird, sind die Verästelungen nicht mehr beherrschbar. Wir haben ein Auge darauf, dass wir nicht am Ende in eine kritische Granularität geraten.