Die SAG hat ja eine neutrale Plattform für BPM ins Leben gerufen. Warum entschied sich IDS für Produktorientierung?
Jost: Grundsätzlich steht IDS für Aris und für ein marktführendes Produkt existieren ausreichend Leute, um eine Community zu bilden. Außerdem sind einige Mitglieder gar keine Aris-Kunden.
Wie frei ist denn der Austausch?
Jost: Wir sind der Host der Community und achten darauf, dass die Einträge nicht gegen ethische Grundsätze verstoßen. Jenseits der üblichen Missbrauchsversuche mischen wir uns aber nicht ein – auch Kritik wird nicht gelöscht, es sei denn, sie geht unter die Gürtellinie. Generell wollen wir ja das Feedback der Kunden.
Im Rahmen von Kostensenkungen ist das Cloud Computing Hype-artig auf die Agenda der CIOs geraten. Wird der Bezug von bedarfsabhängiger externer IT-Leistung über das Netz der Modellierung Kopfzerbrechen bereiten?
Jost: Im Cloud Computing steckt ein Stück Wahrheit und Hype, letzterer wächst sich über die Zeit aus. Selbstverständlich ist die Anlieferung von Hardware, Software und Services im Unternehmen ein Prozess – gleichgültig, ob der Lieferant die Ware auf den Hof karrt oder als Cloud Computing andient. Das Cloud Computing wird also zu Prozessprojekten führen.
Warum verwenden Sie die Zukunftsform?
Jost: Weil diese Einsicht noch Zeit braucht. Die IT-Industrie macht, wie bei allen Hypes, den Fehler, die Innovation zuerst technologisch zu vermarkten – erst, wenn dies nicht weiterführt, wird die Prozessperspektive eingenommen.