Neben Express wurde auch die Web-2.0-Technologie Mashzone in den Markt eingeführt zur Ergänzung der klassischen Analyse in BPM-Umgebungen. Entstehen nun in den Unternehmen massenhaft Dashboards?
Jost: Wenn sie dort gebraucht werden: ja. Ziel ist, den Fachabteilungen mehr Flexibilität beim Reporting zu geben, denn sie bekommen heute nicht die Zahlen, die sie für die Steuerung des operativen Geschäfts brauchen. Sie recherchieren im Stillen in ihren Excel-, Word- und Powerpoint-Dateien. Mashzone zieht die lokalen Daten in einem Dashboard zusammen und hilft so beim Konsolidieren der Schlüsselindikatoren für die Geschäftsentwicklung.
Das genaue Beobachten von Prozessen mit Werkzeugen deckt Schwächen auf. Sollte vor diesen nicht verschont sein, der sauber modelliert, implementiert und ausführt?
Jost: Von einem Schritt zum anderen treten Verluste auf – nicht alles, was modelliert wurde, ist bei der Implementierung zu berücksichtigen, und nicht alles Implementierte wird in der konkreten Exekution auch benutzt. Heute gehen die meisten Unternehmen davon aus, dass ihre Modellierung auch gelebt wird. Messen wir aber die konkrete Ausführung, treten deutliche Unterschiede zu Tage. Monitoring, Measurement und Automated Process Discovery stellen das reale Bild der Prozessleistung dar und die lässt sich über die Modellierung dann verbessern und implementieren. Dieser Kreislauf muss in kurzen Zyklen geschlossen werden.
Wie lange wird die fachliche Modellierung noch Sache der IT sein?
Jost: Unser Slogan ist: Modellierung für die Massen – und dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten. Getragen wird er zusätzlich durch einen Generationswechsel auf Business- und IT-Seite. Der Managergeneration, die vor 40 Jahren studiert hat, galt die IT als ein heiliger Gral, der die Betriebsseite wenig zu interessieren hat. Heute wird das gegenseitige Verständnis schon im Studium angelegt. Und wir werden künftig noch mehr Manager mit diesem Hybrid-Modus wie die Wirtschaftsinformatiker haben, die Business und IT in ihrer Person ausbalancieren.
Müsste dann nicht eine Austauschplattform wie Aris Community überrannt werden?
Jost: 15.000 Mitglieder haben sich innerhalb von sechs Monaten hier registriert – wir hatten mit 5.000 gerechnet.