Interview

Die gemeinsame Produktstrategie von IDS Scheer und Software AG

17. November 2009, 6:12 Uhr | Markus Bereszewski

Fortsetzung des Artikels von Teil 5

Hauptprobleme beim Cloud Computing

Bei welchem Hype scheiterte denn die Technikvermarktung?
Jost: Denken Sie an das E-Business oder die serviceorientierte Architektur. Beides Mal blühte der technologische Betrachtungszweig nur kurz auf, Erfolg brachte dann der prozessgetriebene Ansatz. Bald wird die Industrie feststellen, dass das Hauptproblem beim Cloud Computing die Organisation und die Prozesse sind: Wie bekommen ich die Leistung? Wie bezahle ich sie? Wie ist der Support organisiert? Und was geschieht, wenn Ausnahmeeffekte im Operativen auftreten?

Eine der Forschungsinitiativen, in die IDS Scheer investiert, ist die Allianz Digitaler Warenfluss, kurz: Adiwa. Was interessiert Sie an der Idee, dass sich intelligente Objekte aus der Lieferkette zu Wort melden?
Jost: Adiwa will den Warenfluss digitalisieren und verfolgen. Ein digitales Produktgedächtnis –beispielsweise an einer tiefgekühlten Pizza – registriert, ob die Ware auf dem Weg von der Herstellung bis zur Auslieferung an den Kunden qualitätsmindernden Temperaturen ausgesetzt wird.

Die Domäne von IDS Scheer sind doch aber Geschäftsprozesse, oder?
Jost: Erstens muss der Zustand der Ware überwacht und gemessen werden – und wir beherrschen das Process Performance Management. Zweitens ist der Warenfluss zwar kein Unternehmensprozess vom Schlage Order to Cash, denn es werden physikalische Objekte bewegt und auf Instanzenebene beobachtet. Doch ist es wirklich ein Unterschiede, ob ich einen Auftrag verwalte oder ein Pizza? Wir glauben, dass die Ideen, die wir bei Adiwa gewinnen, auch auf Geschäftsobjekte übertragbar sind. Und wenn der digitale Warenfluss Realität wird, dann wollen wir an dem Geschäft auch mit unseren Produkten partizipieren.


  1. Die gemeinsame Produktstrategie von IDS Scheer und Software AG
  2. Die Rolle branchenspezifischer Prozessszenarien
  3. Neue Management-Informationssysteme gefragt
  4. Vom Modell zur Implementierung
  5. Neutrale BPM-Plattform
  6. Hauptprobleme beim Cloud Computing

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