Die 1980er-Jahre waren geprägt durch den Anspruch von Einsatzkräften im Bereich der öffentlichen Sicherheit, national einheitliche, integrierte Kommunikationslösungen nutzen zu können. Dadurch sollte unter anderem eine schnelle Reaktionsfähigkeit im Falle von Großeinsätzen erreicht werden. Nach der Einführung dieser übergreifenden Kommunikationsinfrastrukturen stehen die vergangenen 20 Jahre unter dem Zeichen des fortschreitenden Digitalfunks: Seit den 1990er-Jahren arbeiten Verantwortliche weltweit daran, den überholten Analogfunk durch leistungsfähigere Digitalfunksysteme zu ersetzen. In Deutschland gehört die Umstellung des Behördenfunks auf digitale Technologien zu den größten technischen Modernisierungsprojekten der vergangenen Jahrzehnte. Mit der Einführung des Digitalfunks für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entsteht zum ersten Mal ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte, das die bestehenden, voneinander unabhängigen Analogfunknetze ablöst.
Doch nicht nur die BOS in Deutschland werden künftig mit digitalen Lösungen funken. Auch in der Privatwirtschaft findet der Digitalfunk immer stärkere Verbreitung. So nutzen Versorgungsunternehmen, Transport- und Logistikanbieter aber auch die Industrie die Technologie für Anwendungen wie Anlagensteuerung, Flottenmanagement oder Telemetrie. Als zentraler Digitalfunkstandard hat sich in den vergangenen Jahren die TETRA-Technologie herauskristallisiert. Das Europäische Institut für Telekommunikation und Standardisierung (ETSI) hat den Digitalfunkstandard TETRA 1995 als einzigen digitalen Standard für den professionellen Betriebsfunk anerkannt, der die Anforderungen des Schengener Abkommens erfüllt. Der TETRA-Digitalfunk bietet Nutzern höchste Abhör- und Ausfallsicherheit. Ebenso sind die Funklösungen deutlich leistungsfähiger als analoge Systeme und ermöglichen eine Priorisierung, Gruppierung und Separierung der Kommunikation je nach Einsatzbedarf. Gleichzeitig profitieren die Rettungskräfte von höchster Interoperabilität. Damit bieten sie den professionellen Anwendern bestmögliche Unterstützung bei der sicherheitskritischen Sprach- und Datenkommunikation.