Künstliche Intelligenz

Zukunftsvision des digitalen Arbeitsplatzes

1. März 2017, 10:26 Uhr | Autoren: Wolfang Fehr, Jochen Rapp, Elke Papaioannou / Redaktion: Diana Künstler

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Mehr als 08/15-Aufgaben

Schnelles, intelligentes Datenmanagement ist ein Schlüssel zur effizienten Wissensarbeit. Um die wichtigen Informationen zu richtigen Zeit zu finden und zusammenzustellen, ist der Einsatz von KI geradezu prädestiniert. Denn ohne intelligente Unterstützung bei der Suche nach den richtigen Informationen sind wir der Datenmenge bald nicht mehr gewachsen. Im Produktdesign kann KI helfen, aus den häufigsten Fehlern am fertigen Produkt zu lernen – und sie bereits in der Entwicklung zu vermeiden. Auch in der Verwaltung gibt es zahlreiche Routineprozesse, die von intelligenten Maschinen übernommen werden können. Versicherungen setzen das KI-System IBM Watson bereits zur Schadensbearbeitung ein: Ein Risikoscanner kategorisiert die Schadensfälle und erstellt Tickets, die er den passenden Mitarbeitern zuweist.

Doch die eigentliche Stärke der KI kommt zum Tragen, wenn es darum geht, nichtautomatisierbare Aufgaben abzugeben. Tätigkeiten, die ein Mitarbeiter etwa in Vertretung eines Kollegen oder in einem neuen Job erstmals ausführt. Künstliche Intelligenz könnte

  • das Onboarding neuer Mitarbeiter vereinfachen.
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch lernende Big-Data-Analysen die Steuerprüfung abnehmen
  • dem Vertrieb aufgrund der bisherigen Nutzung prognostizieren, dass Kunde X das Produkt Y nach einem Zeitraum Z nachbestellen wird.
  • in Form eines IT-Self-Service-Portals Mitarbeiter bei der Nutzung neuer Informationstechnologien und Anwendungen unterstützen oder ganze IT-Projekte selbständig umsetzen.

KI setzt die digitale Transformation der Arbeit fort
Was ist dazu notwendig? Zum einen die Verfügbarkeit von Daten. Wer KI zur Optimierung der eigenen Arbeitskraft nutzt, muss transparent werden. Dafür müssen in Unternehmen klare Regeln gelten, welche Daten freigegeben werden und welche nicht. Zum anderen muss es eine gesellschaftliche Debatte über die Angst geben, der Einsatz von KI koste Arbeitsplätze. Plattformen wie Amazon Mechanical Turk, auf der Kleinstaufträge angeboten und vergeben werden, lassen jetzt schon vermuten, dass die Erwerbsarbeit in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr für einen Arbeitgeber an einem Arbeitsplatz stattfindet. Arbeit wird flexibler, findet an frei wählbaren Orten statt – und könnte dank KI aus Aufgaben bestehen, die kreativ und sinnstiftend sind. Dabei muss die künstliche nicht die menschliche Intelligenz ersetzen, sondern helfen, sie effektiver einzusetzen. Bleibt die Frage: Wann wird das kommen? Angesichts der schleppenden Adaption von mobilen und Cloud-basierten Technologien in Deutschland ist es unwahrscheinlich, dass KI in den kommenden fünf bis zehn Jahren den Büroarbeitsplatz revolutioniert. Wie bei mobilen Technologien ist auch hier zu erwarten, dass selbstlernende Maschinen privat von vielen IT-Nutzern bereits völlig selbstverständlich eingesetzt werden, bis sie sich im Unternehmensumfeld wiederfinden.

Wolfang Fehr, Jochen Rapp und Elke Papaioannou sind Solution Manager beim herstellerübergreifenden IT-Dienstleister Computacenter

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