Wie fordernd diese Schwankungen im Markt sind, haben nicht zuletzt die Insolvenzen der beiden deutschen TV-Hersteller Loewe und Metz gezeigt. Sie konnten dem enormen Preisdruck, der hauptsächlich von den asiatischen Anbietern vorgegeben wird, nicht standhalten. Ebenso wie die Hersteller bekommt aber auch der Handel diesen Druck seit Jahren zu spüren. »Nur über den Preis wird der Fachhandel bekanntlich nicht verkaufen und bestehen können«, konstatiert Müller.
Und auch Kamp sieht die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung: »Wir müssen weg vom bloßen Verkaufen über den Preis.« Das würde für Industrie und Handel gleichermaßen gelten. »Unsere Branche handelt nicht mit unattraktiven Produkten. Im Gegenteil, TV-Geräte beispielsweise haben über Jahrzehnte ihre technische Ausstattung und Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert.«
Gerade diese Attraktivität könnte in Zukunft weiter zulegen. Denn wie die CES deutlich zeigt, muss die Unterhaltungselektronik längst nicht mehr unter dem Erfolg von Smartphones und Tablets leiden. Stattdessen nimmt die Vernetzung der Geräte zu und erschafft ein Ökosystem, das letztendlich auch die Verkäufe der klassischen Produkte positiv beeinflussen dürfte. »Diese Entwicklung sollte jedem Branchenakteur klar sein«, erklärt Hillebrandt. »2016 wird das Thema Internet of Things um ein Vielfaches realer werden, auch für den Handel.« Beispielsweise werde sich ein Lautsprechersystem nicht mehr ausschließlich durch seine Klangeigenschaften auszeichnen, sondern auch durch seine Kompatibilität und Vernetzbarkeit mit unterschiedlichen IoT-Systemen. »Das Tor für Zusatzverkäufe geht an dieser Stelle für den Handel ganz weit auf«, betont der Samsung-Manager. Es gehe jetzt darum, die Konvergenz und Vernetzungsszenarien am PoS in Szene zu setzen und dem Konsumenten die Möglichkeit zu geben, diese ganz praktisch auszuprobieren.