Im Gegensatz zum Weltmarkt hätte sich der Servermarkt in EMEA seit Jahresbeginn deutlich schwächer entwickelt, bestätigt Gerry Steinberger, Channel Sales Manager bei Hewlett Packard Enterprise (HPE) , im Gespräch mit CRN: »Diese Entwicklung haben wir in Deutschland so nicht gesehen. Wir konnten im ersten Halbjahr 2015 unseren Marktanteil stabil halten, in einigen Bereichen etwa bei Blade-Servern, sogar ausbauen. Im x86-Umfeld ist der Marktanteil stabil geblieben. Das ist uns sehr wichtig, denn wir wollen auch hier keine Marktanteile abgeben. Das gilt vor allem für die Umsätze«, betont Steinberger. Stückzahlen seien nicht das oberste Ziel für HP.
Anders als im PC-Geschäft, dem der Windows XP-Effekt im vergangen Jahr einen Wachstumsschub verpasst hatte, hätte sich das Supportende für Windows Server 2003 zur Jahresmitte 2015 nicht so stark ausgewirkt, bestätigt Steinberger. »Windows Server 2003 war sicher ein Effekt und das nicht nur in einem Quartal, sondern über mehrere Quartale. Das hat uns in Summe sehr gut getan, zumal wir als Marktführer davon natürlich am stärksten profitieren können.« HP hätte durch den dadurch ausgelösten Migrationsprozess auch keine Kunden verloren. Im Gegenteil: »Dadurch und auch durch den Verkauf von IBMs Serversparte an Lenovo haben sich für uns sogar neue Türen geöffnet.«
Der Effekt sei jetzt allerdings vorbei. »Windows Server 2003 ist durch. Natürlich gibt es hier noch Chancen für uns, aber eigentlich war das meiste ohnehin Buiness-as-usual und hatte keineswegs den gleichen Effekt wie eine Technologie-Innovation oder eine neue Server-Generation.« Technische Wachstumstreiber sieht er im Servergeschäft derzeit keine. »Was sich durch die digitale Transformation verändert ist eher das Vertriebsmodell, wie wir mit unseren Partnern das Geschäft betreiben, so dass Profitabilität an erster Stelle steht. Das erreichen wir nicht durch Massengeschäft, sondern durch Lösungsvertrieb. Das wird auch der Trend fürs kommende Jahr und darüber hinaus.«